Zum 6ten Male starteten 111 Teams bzw. 666 Personen aus 15 Nationen zur Allgäu-Orient Rallye von Oberstaufen nach Jordanien. Es ist eine Rallye besonderer Art. Zum Beispiel müssen die Autos mindestens 20 Jahre alt sein, Navi und Autobahnen sind nicht erlaubt und übernachtet wird in Zelten oder Hotels die max. 11,11 €/Person kosten dürfen. Neben dem Abenteuer war das Ziel dieser Rallye auch anderen Menschen zu helfen, z. B. durch den Verkauf der Autos und dem daraus entstehenden Erlös. Durch widrige Umstände, für die keiner der Teilnehmer etwas konnte, ist dieser Teil der Mission nicht oder nur teilweise erfüllt worden. Aufgrund der politischen Konflikte in Syrien war klar, dass die Route 2011 nicht durch Syrien führen konnte. Somit waren die geplanten Aktivitäten dort nicht durchführbar und wir konnten kein Kinderheim der Jürgen Wahn Stiftung Soest in Salamiyah besuchen. Unser Weg führte zunächst durch Österreich, Slowenien, Ungarn nach Rumänien, wo wir vor Bukarest das Dracula-Schloss besuchten.

Rumänien ist ein sehr schönes Land. Die Menschen mit denen wir ins Gespräch kamen waren sehr nett. Ein Teammitglied konnte rumänisch sprechen. Weiter ging’s am Schwarzen Meer entlang in die Türkei nach Istanbul in’s Hippodrom zwischen der Blauen Moschee und der Hagia Sophia. Auf dem Programm stand auch ein Fußballspiel FENERBAHCE gegen die Formel 1 Auswahl mit Sebastian Vettel.

Von Istanbul ging’s weiter nach Ankara. Nach der Ansprache vom türkischen EU-Minister wurde ein Gastgeschenk, Buch von der Stadt Tuttlingen überreicht. Die Autodoktoren von der TV Sendung VOX Auto mobil waren auch dabei, dies war auch nötig bei den viele Autopannen!! Massenstart in Ankara Richtung syrisch/irakische Grenze und weiter zum Hafen nach Mersin.

Unterwegs gute Küche, schöne Landschaft und immer nette, hilfsbereite Menschen, irgendeiner kann immer die deutsche Sprache und dann gab´s immer türkischen Kaffee oder Tee.

Von Mersin ging`s weiter mit der Fähre nach Zypern.

Nach einer Rundfahrt im türkischen Teil der Insel war zunächst geplant über Israel nach Jordanien einzureisen, dies wurde von Israel aber nicht gestattet. Eine weitere Option war es, über den Sinai (Ägypten) zu fahren. Hier erhielten wir dank größter Unterstützung durch politische Vertreter der Türkei und Jordanien eine vorläufige Einreisezusage für Port Said. Nur 20 Seemeilen vor dem Hafen von Port Said wurde die Flotte gestoppt, wir mussten wieder zurück nach Mersin. Begründetet wurde das mit der geänderten Sicherheitslage im Sinai. Am Ende waren es 6 Tage, die wir auf einer Autofähre verbringen mussten die nur für Kurzfahrten ausgelegt war und auf der die Rückfahrt unter extrem widrigen Umständen erfolgte. Bei manchen kam dann noch die Seekrankheit hinzu...

Gerade deshalb darf es als ein Erfolg besondere Klasse angesehen werden, dass viele Teams trotz alledem erfolgreich in humanitärer Mission unterwegs waren. Wieder in der Türkei im Hafen Mersin angekommen gab er die Wahl, Flug nach Aman für 2 Tage und Auto stehen lassen oder wieder zurück fahren.
Das Desertfox-Team kann gute Erfolge bei Etappenzielen vorweisen.
Da die Nähmaschinen nicht wie vorgesehen in Salamiya (Syrien) abgegeben werden konnten, wurden sie vom türkischen Schulministerium an 3 Schulen verteilt.

Große Mengen Medikamente und andere medizinische Hilfsgüter fanden neue Besitzer.

Eine Vielzahl Puppen, Stofftiere, Spielzeug, Fußbälle, Autos u.v.m. gelangten in glückliche Kinderhände.

Kleidungsstücke und andere nützliche Artikel konnten bedürftigen Menschen in einer der ärmsten Regionen der Türkei ganz im Süd-Osten an der irakisch-syrischen Grenze überreicht werden.
Und nicht zu vergessen, die vielen zwischenmenschlichen Kontakte in Mission kultureller Verständigung, die wir als „Botschafter" verantwortungsvoll wahrnahmen.

Besonders hervorzuheben ist das große Engagement, mit dem in der Türkei und auf Zypern unsere Rallye unterstützt wurde. Nicht nur, dass wir sehr freundschaftlich empfangen wurden, auch zum Erreichen unseres Zieles bekamen wir überaus aktive Hilfe. Allein bei dem Schiffs-Transferpreis übernahm die türkische Regierung ca. 180.000 € der Kosten, so dass jedes einzelne Team „nur noch" 2100 € an Zusatzkosten zu tragen hatte. Ohne diese Hilfe wäre für viele Teams die Rallye an dieser Stelle beendet gewesen. Viele Würdenträger, darunter der türkische EU-Minister, Minister aus Istanbul, Ankara und der Gouverneur von Zypern nahmen sich für die Rallye Zeit, planten und organisierten eigens Events für uns und waren präsent. Von dieser ganz konkreten optimalen Umsetzung interkultureller Zusammenarbeit können sich viele eine dicke Scheibe abschneiden.
Für das Desertfox-Team steht fest:
Wir fanden es spannend und lehrreich, dabei gewesen zu sein.
Wir fühlen uns geehrt, auch als „Botschafter" der türkischen Bevölkerung über das, was wir erleben durften, in unserer Heimat berichten zu können,
Wir haben als Desertfox-Team entschieden, in diesem Jahr die Autos wieder mit nach Hause zu nehmen. Die durch die Rennleitung angebotene Möglichkeit, die Autos in der Türkei zwischenzulagern, später zu verkaufen und den Erlös voraussichtlich dem „türkischen Roten Halbmond", (das türkische Rote Kreuz) zukommen zulassen, wollten wir nicht wahrnehmen, weil wir in Verantwortung unseren Sponsoren gegenüber nicht mit Sicherheit sagen können, ob alles so eintreffen wird wie avisiert. (Ein kostenfreier Flug nach Amman für alle diejenigen, die Ihr Fahrzeug stehen ließen, wurde seitens der Organisatoren angeboten).
Wir haben als Desertfox-Team deshalb auch versprochen, die rückgeführten Autos im nächsten Jahr ihrem geplanten humanitären Zwecke zuzuführen. Viele andere Teams trafen die gleiche Entscheidung. Geplantes Ziel 2012 ist der Berg Ararat, wo auch Noah seinerzeit mit seiner Arche schon sicher gelandet ist oder Armenien am Kaspischen Meer.
Zum Schluss noch ein paar Desertfox spezifische Daten:
Das Team besteht aus 6 Mann aus dem Raum Singen und Sigmaringen
Gefahrene Gesamtstrecke: 9207 km, durch Österreich, Slowenien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Zypern und zurück
6 Tage auf der Fähre
Gesamtdauer 17 Tage
Keine Strafzettel, kein Unfall, keine Pannen (2 mal Reifenwechsel)
Verwendete Fahrzeuge: 3 Passat Baujahr 1989-1991
Kilometerstand vor Beginn der Rallye: > 300.000 km/Fahrzeug
Aus Schrottautos wurden ausschließlich durch Eigenleistung verkehrstüchtige Rallyefahrzeuge gebaut mit TÜV-Abnahme.

Ein ganz besonderer Dank gilt dem gesamten Rallye Organisation-Komitee, das sich für alle sichtbar bis an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit eingesetzt hat.
Schlussendlich möchten wir uns an dieser Stelle noch besonders bei unseren Sponsoren bedanken, ohne deren Hilfe uns diese abenteuerliche Reise mit ihren vielen bewegenden Erfahrungen wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre.
Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt nicht alle humanitären Ziele erreicht wurden, sind wir uns sicher, unserem Auftrag unter den gegebenen Umständen gerecht geworden zu sein. Den Rest hoffen wir, im nächsten Jahr zu aller Zufriedenheit bewältigen zu können.
Desertfox-Team, Thomas Rapp (Einkaufsleiter bei T+H)